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Praxiszeitschrift Januar 2017

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Praxiszeitschrift_Feb_17_Online_Layout 1 17.02.2017 10:27 Seite 4 Die Grafik zeigt jedoch, dass je nach alter des Patienten, Vorfälle, oder Vorwölbungen der Bandscheibe, zwar im MRT gefunden werden, diese aber keine Beschwerden erzeugen. Die oft erhobene Forderung, doch häufig eine Kernspinnuntersuchung durchzuführen, ist zumindest kritisch zu hinterfragen Stellenwert des MRT bei Rückenschmerzen Die Schnittbilddiagnostik (CT und MRT, entweder mit oder ohne Kontrastmittel) ermöglicht darüber hinaus die Zuordnung des Schmerzes zu einem bestimmten Nerven oder eines Bandscheibenvorfalls. Durch die unterschiedlichen Diagnoseverfahren möchte und kann man weitgehende Informationen im Hinblick auf zu ergreifende therapeutische Maßnahmen ziehen. Zusätzlich kann die Gabe eines Kontrastmittels, neurologischer Untersuchungen oder eine Myelographie erforderlich sein, somit lassen sich gezielt besondere Fragestellungen in Bezug auf das Rückenmark besser klären. Therapie der (chronischen) Rückenschmerzen - Was hilft am Besten? Rückenschmerzen müssen frühzeitig und ausreichend therapiert werden, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Bei chronischen Rückenschmerzen sind gängige Schmerzmittel allein häufig nicht mehr wirksam, weil sich ein Schmerzgedächtnis entwickelt hat, d.h. der Rückenschmerz sich in der Psyche und schmerzsensiblen Gehirnarealen des Betroffenen verselbständigt hat. Eine Therapie der Rückenschmerzen ist dann ungleich schwieriger. Ein interdisziplinäres Vorgehen von Orthopäden, Neurochirurgen, Radiologen, Anästhesisten, Neurologen, Psychologen und Physiotherapeuten im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie ist dann bei der Therapie der Rückenschmerzen häufig angezeigt. Die Eigeninitiative des Patienten ist für den Therapieerfolg wesentlich. Empfehlenswerte Therapien: • Bewegung • Präventives Verhalten (Rückenschule) • Eigenübungen • Muskelrelaxation • Wärmetherapie • Rückenschule Wie ist der Arbeitsplatz eingerichtet Gibt es Haltungsprobleme? Gibt es eine spezifische Belastung durch permanent wiederholte Bewegungen? Die Therapie kann daher nicht nur über Medikamente und Massagen sowie Physiotherapie erfolgen. Therapie ist vor allem auch Hilfe zur Selbsthilfe. Beispiele für konservative Behandlungsmethoden von Rückenschmerzen • Radiologisch gesteuerte Wirbelsäuleninfiltration • Interventionelle Schmerztherapie • Physiotherapie und Bewegungstherapie • Akupunktur • Spezielle Schmerztherapie • Medikamentöse Therapie • Orthopädietechnische Versorgung Beispiele für konservative Behandlungsmethoden von Rückenschmerzen

Praxiszeitschrift_Feb_17_Online_Layout 1 17.02.2017 10:27 Seite 5 Operative Behandlung von Rückenschmerzen Wird zu viel operiert? Häufig wird in der Öffentlichkeit der Vorwurf erhoben, dass zu viele Wirbelsäulenoperationen durchgeführt werden. In unterschiedlichen Ländern werden die Patienten tatsächlich unterschiedlich häufig an der Wirbelsäule operiert. Deutschland liegt hier mit c.a. 500 offenen chirurgischen Eingriffen an der Wirbelsäule pro 100.00 Einwohner tatsächlich weit vorne. In England werden im Vergleich dazu nur 150 Eingriffe pro 100.000 Personen im Jahr durchgeführt. Unabhängig davon wächst die Eingriffsquote mit der Verfügbarkeit von Wirbelsäulenchirurgen bzw. Neurochirurgen. Eine hohe Eingriffszahl kann auch für eine gute Versorgung mit Fachärzten sprechen, die zu einer guten Allgemeinversorgung der Bevölkerung führt. Wann müssen Rückenschmerzen operiert werden? • Störungen der Blasenfunktion (Inkontinenz) • Störungen der Mastdarmfunktion (geringer Sphincter-Tonus) • Allgemein: Cauda-Syndrom • Paresen (Lähmungen) • Gefühlsstörungen, Taubheit • Therapieresistente Schmerzen, die sich stark verschlimmern. Dennoch muss jeder Wirbelsäuleneingriff im Einzelfall gut begründet und auf seine Notwendigkeit überprüft werden. Die Komplexität der Verhältnisse an der Wirbelsäule führt dazu, dass viele Eingriffe zwar radiologisch, mit Bildgebung, begründbar sind, aber das Gesamtbefinden des Patienten dennoch nicht wirklich nachhaltig verbessern werden. Über 90% der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen haben dennoch keine eindeutige Indikation für eine Operation. Kann die konservative Behandlung die Ursachen der Rückenschmerzen nicht mehr beseitigen, stehen bewährte traditionelle ebenso wie neue minimal-invasive und mikrochirurgische operative Verfahren zur Verfügung. Zusammenfassung Rückenschmerzen Rückenschmerzen des unteren Rückens sind häufig und haben unterschiedliche Ursachen. Man unterscheidet chronische von akuten Beschwerden sowie im unteren Rücken entstehend und vom oberen Rücken ausstrahlend. Akute Ursachen sind meistens Frakturen, Bandscheibenvorfälle oder Verrenkungen sowie Verletzungen der Wirbelsäule nach Unfällen. Chronische Ursachen basieren in den meisten Fällen auf Haltungsschäden, die über lange Zeit ausgeübt worden sind. Manchmal entstehen die Ursachen von Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule und ziehen nach unten in die Lendenwirbelsäule, wo sie dann als schmerzhaft empfunden werden, manchmal sitzt der Kern direkt in der LWS. Diagnostisch muss neben der Krankenbefragung bei starken Rückenschmerzen immer eine Bildgebung durchgeführt werden. Diese kann aus einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule bestehen, durch die Frakturen der Wirbelkörper gesehen werden können oder durch eine MRT-Un-tersuchung, durch die man Bandscheibenvorfälle etc. sehen kann. Schildert der Patient eine neurologische Symptomatik ist Eile geboten, da die Nerven der Wirbelsäule offenbar in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind. Therapiert wird der unkomplizierte Rückenschmerz in den meisten Fällen konservativ. Darunter versteht man ein Behandlungskonzept bestehend aus einer adäquaten medikamentösen Schmerztherapie und einer ergänzenden Physiotherapie. Physiotherapeutisch kann auch ein Behandlungsversuch mit Wärme, Kälte oder Reizstrom erfolgen. Komplizierter Rückenschmerz kann, je nach Ursache, operativ behandelt werden. Sind neurologische Ursachen vorhanden, muss operativ versucht werden die Kompression der Nerven zu reduzieren. Dies geschieht in Abteilungen der Neurochirurgie in vielen Fällen in minimal invasiven Eingriffen durch die sogenannte Schlüssellochtechnik, bei der nur wenige Schnitte notwendig sind und die eigentliche Operation durch ein Mikroskop durchgeführt wird. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben, die alle ein spezifisches Behandlungsvorgehen notwendig machen. Artikel: Dr. med. Maximilian Hornauer

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