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Praxiszeitschrift Januar 2016

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Projekt1_Layout 1 15.06.2016 09:47 Seite 2 Prof. Dr. med. habil. Peter Cornelius Kreuz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Kreuzbandriss im Kniegelenk: Verletzungsmechanismen und moderne chirurgische Therapieverfahren Kreuzbandriss! Jahr für Jahr endet für mindestens 15.000 Deutsche der Skiurlaub mit dieser Diagnose. Typische Verletzungsmechanismen sind dabei Verdrehtraumen des Kniegelenks, die gerade beim Skifahren durch das Überkreuzen oder Auseinandergleiten der Skier bei Stürzen auftreten können. Beim Fußballspiel sind Verletzungen entweder bei Rotationsbewegungen in Zweikämpfen oder auch ohne Fremdeinwirkung durch Drehimpulse im Kniegelenk möglich, wenn der Stollenschuh im Rasen stecken bleibt. Bei den Kreuzbändern handelt es sich um zwei zentrale Bandstrukturen im Kniegelenk, die den notwendigen Halt und einen Schutz vor seitlich und von vorn einwirkenden Kräften geben. Bei einem Blick in das Kniegelenk bemerkt man, dass die Bänder „über Kreuz“ gespannt sind – daher der Name. 95% aller Kreuzbandrisse betreffen „nur“ das vordere Kreuzband, sodass eine Reststabilität erhalten bleibt. Gerade bei älteren und sportlich wenig aktiven Patienten kann deshalb eine konservative Therapie ausreichen, bei dem durch spezielle Trainingsprogramme die kniegelenkstabilisierende Oberschenkelmuskulatur gekräftigt wird. Die so gewonnene Stabilität kann für alltägliche Bewegungen durchaus ausreichend sein. Bei jungen und sportlich ambitionierten Patienten sollte dagegen ein gerissenes Kreuzband ersetzt werden, da durch die entstehenden Scherkräfte zusätzliche Schäden wie Knorpel- oder Meniskusrisse entstehen können, was die Ausbildung eines vorzeitigen Gelenkverschleißes begünstigt. Ist das Kreuzband nur angerissen, kann das Band im Rahmen eines minimalinvasiven Gelenkeingriffes mit körpereigenen Stammzellen und Wachstumsfaktoren beladen werden, wodurch sich die ursprüngliche Stabilität wieder herstellen lässt. Ist das Kreuzband komplett gerissen, ist in seltenen Fällen auch eine Bandnaht möglich. Meistens muss allerdings eine Kreuzbandplastik aus körpereigenem Sehnenmaterial durchgeführt werden. Dazu wird in einem kleinen Eingriff ein kleiner Teil der Kniescheibensehne, der Oberschenkelsehne oder die Semitendinosussehne entnommen. Aus einem dieser Gewebsstrukturen wird dann das „neue“ Kreuzband genäht und dort eingesetzt, wo sich das ursprüngliche Band befand. Die Verankerung erfolgt in Bohrkanälen des Ober- und Unterschenkelknochens mit Schrauben oder Plättchen, über die das Band an angenähten Fäden straff gezogen werden kann. Im Gegensatz zur Kreuzbandchirurgie vor vielen Jahren werden heute für die Bandplastik keine Fremdmaterialien aus Synthetik verwendet, da dies zu Abrieb, Fremdkörperreaktionen mit chronischen Entzündungen, Implantatlockerungen und erneuten Rissen geführt hat. Ebenso sollten in die Knochenkanäle möglichst wenig Fremdmaterialien eingebracht werden, um durch einen direkten Kontakt zwischen Band und Knochen eine optimale Einheilung zu gewährleisten. Im Idealfall kann durch einen solchen operativen Eingriff, kombiniert mit einem geeigneten Trainingsprogramm, wieder die ursprüngliche Stabilität des Kniegelenks hergestellt werden. Die Rückkehr zu den Alltags-, Berufs- und Freizeitaktivitäten – selbst im Hochleistungssport – ist dadurch wieder möglich. Gerne berate ich Sie über die einzelnen Therapiemöglichkeiten in unserem Zentrum für Orthopädie und Chirurgie in Holzkirchen. Prof. Dr. med. habil. Peter Cornelius Kreuz www.mvz-atrium.de

Projekt1_Layout 1 15.06.2016 09:47 Seite 3 Dr. med. Rainer Pränger Facharzt für Orthopädie und Chirurgie Rückenschmerzen: Oft ist das Iliosakralgelenk Schuld Etwa jeder dritte Deutsche leidet an Rückenschmerzen. Besonders häufig sind dabei Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. In vielen Fällen gehen die Schmerzen dann vom Iliosakralgelenk (ISG) aus. Das Iliosakralgelenk verbindet die Beckenschaufeln (Os ilium) mit dem unteren Teil der Wirbelsäule, dem Kreuzbein (Os sacrum). Das Kreuz-Darmbein-Gelenk, so wird das Iliosakralgelenk auch genannt wird, istdie Verbindung zwischen den beiden Beinachsen und der Wirbelsäule und hat damit in erster Linie eine stabilisierende Funktion. Das Gelenk ist auch nur wenig beweglich.. die gelenksverbindung besteht aus den gleichen Fasern, mit der auch die Zähne im Kiefer befestigt sind. Eine aktive Bewegung des Iliosakralgelenks ist nicht möglich. Das Gelenk wird durch den knöchernen Beckenring sowie zahlreiche Bandstrukturen stabilisiert.Fehlbelastungen und Fehlstellungen der Beine und der Wirbelsäule können zu Blockaden im Iliosakralgelenk führen. Typische Ursachen des ISG-Syndroms sind Verheben oder der klassische Tritt ins Leere beim Übersehen einer Treppenstufe. Die Folgen sind eine erhöhte Belastung der Bänder, die zu einer Bewegungseinschränkung (Blockade) des Gelenkes führt, und Verspannungen der stabilisierenden Muskulatur. Dies wirkt sich meist durch einseitige Rückenschmerzen aus. Während Bewegung und Wärmeanwendungen die Beschwerden lindern, werden sie durch langes Sitzen verstärkt. In vielen Fällen strahlen die Schmerzen in die Leiste oder das Gesäß aus.Die Diagnose einer ISG-Blockade lässt sich anhand einer sorgfältigen Befragung der Betroffenen hinsichtlich der Beschwerden und auslösender Ereignisse sowie einer gründlichen körperlichen Untersuchung stellen. Neben sichtbaren Veränderungen im Haltungsmuster, wie zum Beispiel eine asymmetrische Beckenstellung, gibt es Funktionstests, mit denen die Beweglichkeit des Gelenkes untersucht werden kann. Insbesondere bei älteren Menschen werden Schmerzen im Iliosakralgelenk oft durch altersbedingte Verschleißerscheinungen (Arthrose) verursacht. Auch dann können manuelle Therapien die Schmerzen lindern. In besonders schlimmen Fällen können die Beschwerden durch das Spritzen eines lokalen Betäubungsmittels sowie Kortison oder Hyaluronsäure - zumindest für eine Weile vermindert werden.mGerne berate ich Sie über die einzelnen Therapiemöglichkeiten in unserem Zentrum für Orthopädie und Chirurgie in Holzkirchen. Dr. med. Rainer Pränger Entscheidender diagnostischer Hinweis ist das sogenannte Vorlauf- Phänomen. Durch eine chrotherapeutische Manipulation lassen sich Blockaden lösen. Nach einer Mobilisation einer ISG-Blockade müssen die Betroffenen die stabilisierende Rumpf- und Rückenmuskulatur stärken um einer erneuten Blockade dauerhaft vorzubeugen. www.mvz-atrium.de

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