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Praxismagazin Januar 2020

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Sportverletzungen an der

Sportverletzungen an der Schulter Richtige Behandlungsstrategien und intensives Training Schulterverletzungen sind in den letzten Jahren immer häufiger anzutreffenden. Nicht zuletzt ist das veränderte Freizeitverhalten, insbesondere verletzungsintensive Trendsportarten wie Snowboarden oder Inlineskaten, aber auch Ball- und Wurfsportarten, für Schulterverletzungen verantwortlich. Besonders häufig betroffen sind die Rotatorenmanschette und das Schultereckgelenk. Zu Verletzungen kommt es durch mechanische Belastung, etwa bei Schlägen, Stürzen oder Heben von schweren Lasten. Ein Riss von Muskeln oder Sehnen in der Schulter ist nicht nur schmerzhaft, sondern schränkt auch die Beweglichkeit der Schulter ein. Unbehandelt kann es zu Folgebeschwerden mit Schultersteifheit und Knorpelschäden kommen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sollten deshalb durch einen Spezialisten in die Wege geleitet werden. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über typische Sportverletzungen mit ihrer Behandlung Die Schulter zählt zu den komplexesten Gelenken des menschlichen Körpers. So wird sie aus zahlreichen unterschiedlichen Strukturen zusammengesetzt; dazu gehören das Hauptgelenk sowie mehrere Nebengelenke wie das Schultereckgelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach (Abb. 1). Wichtigste Bestandteile des Hauptgelenks sind die Gelenkpfanne des Schulterblattes sowie der Oberarmkopf mit einer nahezu exakten ¾ Kugel. Das Schultergelenk ist das einzige hauptsächlich muskelstabilisierte Gelenk, da die Pfanne in Relation zum Oberarmkopf sehr klein ist. Das Schulterblatt wird aus • der Pfanne • der Blattfläche • dem Schulterdach und • dem Rabenschnabelfortsatz gebildet. An den Knochenanteilen der Schulter befinden sich verschiedene Bänder und Muskeln wie die Rotatorenmanschette. Es gibt viele Sportarten, die die Schultern stark fordern. Es handelt sich um das beweglichste Gelenk des Menschen - und demnach ist es auch sehr empfindlich. Überlastungen sind weit verbreitet Im Sport kommt es besonders häufig zu Überlastungen, etwa durch Übertraining oder auch falsche Techniken. Im Vergleich zu akuten Verletzungen sind Überlastungsschäden der Schulter noch weitaus häufiger verbreitet. Vor allem bei Schlagsportarten wird dem Schulter-, wie auch dem Ellbogengelenk einiges abverlangt. Zu den typischen Schäden am Ellenbogen zählen Tennis- oder Golferarm. Behandelt man diese nicht, können sie zu chronischen Problemen führen. Am Schultergelenk können durch Überlastungen schon leichter Druck oder geringe Bewegungen Schmerzen verursachen. Ein unreflektiertes weiteres Training verstärkt die Dysbalance in der Schulter und erhöht das Verletzungsrisiko. Typische mechanische Belastungen, die bei sportlichen Betätigungen zu Schulterverletzungen führen können, sind: • Stürze • Schläge oder • zu schweres Heben Abb. 1: Anatomie der Schulter Dabei ist das Verletzungsrisiko besonders hoch, wenn bereits eine Vorschädigung von Gelenkanteilen, Bändern oder Muskel – vor allem durch Dauerbeanspruchungen – besteht.

Prof. Dr. med. habil. Peter C. Kreuz Chefarzt für Sportorthopädie, Arthroskopie und regenerative Gelenkchirurgie in Bad Tölz Diagnostik bei Schulterbeschwerden Die erfolgreiche Behandlung von Schulterverletzungen setzt eine exakte Diagnose Abklärung durch einen Schulterspezialisten voraus. Akute Unfallverletzungen, ob mit einer Luxation einhergehend oder nicht, haben in der Regel neben Schmerzen unterschiedlicher Intensität Weichteilschwellungen und Einschränkungen der Beweglichkeit zur Folge: auch passiv lässt sich das Bewegungsspektrum der Schulter nicht mehr schmerzfrei abrufen, ggf. ist das Anheben des Arms gar nicht mehr möglich, was der Arzt durch verschiedenste Schultertests überprüfen kann. Schulterschmerzen können Erscheinungen verschiedener anderer Erkrankungen sein: tritt eine Schmerzausstrahlung bis in die Finger mit Gefühlsstörungen im Bereich der Hand auf, ist die Ursache eventuell in Verschleißschäden der Halswirbelsäule zu suchen. Typische Nachtschmerzen treten auch beim Karpaltunnelsyndrom auf: hier strahlen die Schmerzen gelegentlich von der Hand bis in die Schulter der betroffenen Seite hinauf. Auch entzündliche Nervenerkrankungen wie die akute Neuritis des Plexus brachialis (Entzündung des Schulter-Arm-Nervengeflechts) können zu bewegungsabhängigen Nacken-Schulter- Armschmerzen führen. Die Untersuchungen vermitteln allerdings oft nur einen groben Überblick über den vorliegenden Schaden, sodass häufig noch apparative Untersuchungen notwendig sind. Dabei können Ultraschalluntersuchungen, radiologische Abklärungen oder auch eine Kernspintomographie der Schulter mit oder ohne Kontrastmittel zum Einsatz kommen, um das Ausmaß der Schulterverletzung festzustellen (Abb. 2). Danach kann eine zielgerichtete, effiziente Behandlung eingeleitet werden. Schulterzerrung Bei der Schulterzerrung handelt es sich um eine Dehnung der Weichteile in der Schulterregion, also der Muskeln und Sehnen. In den meisten Fällen zieht man sich diese Verletzung durch einen Sturz auf die Schulter zu. Andererseits können Zerrungen der Schulter auch ohne Anpralltrauma bei Wurfsportarten ohne Fremdeinwirkung entstehen, wenn die Schulter nicht vorher aufgewärmt wird. Je nach Ausmaß ist es sinnvoll, eine Sportpause einzulegen. Behandelt wird somit durch Schonung der Schulter; im akuten Fall sind das Kühlen und abschwellende Maßnahmen zu empfehlen. Diese Verletzung zählt eher zu den harmlosen Formen und heilt in der Regel vollständig aus. Schulterprellung Werden die Weichteile der Schulterregion, also Sehnen und Muskeln, gequetscht, führt dies zu einer Prellung. In der Regel kommt es durch einen Sturz auf den Schulterbereich zu dieser Verletzung. Typisch sind starke Schmerzen, die mit Bewegungseinschränkungen einhergehen können. Auch die Bildung von Hämatomen – also Blutergüssen ist möglich. Es erfolgt eine konservative Therapie; Kühlen, Pause und abschwellende Maßnahmen sind wichtig. Bone bruise Während bei einer Prellung oder Quetschung lediglich die Weichteile betroffen sind, wird bei dem so genannten Bone bruise auch der Knochen in Mitleidenschaft gezogen. Die Prellung oder Quetschung des Knochens entsteht ebenfalls durch Stürze auf die Schulterregion, bei der jedoch eine deutlich stärkere Kraft einwirkt. Langanhaltende Schmerzen zählen zum typischen Beschwerdebild. Die Knochenprellung heilt in den meisten Fällen ohne chirurgischen Eingriff ab, wobei die Einnahmen von Calcium und Vitamin D den Knochenstoffwechsel optimieren und damit den Heilungsprozess beschleunigen können; sind Sehnen oder Knorpel beschädigt, kann aber auch eine Operation notwendig werden. Abb. 2: Kernspintomographie einer Schulter mit Abriss der Rotatorenmanschette (weißer Pfeil) vom Oberarmknochen 4

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