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Praxismagazin Januar 2020

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Hat Skifahren eine

Hat Skifahren eine historische Bedeutung? Auf geeigneten Objekten über den Schnee zu rutschen mag ein Vorgangsein, den es schon vor etwa 5000 Jahren gegeben hat. Fischer und Jäger benutzten damals etwa bestimmte tierische Stoßzähne, um sich auf dem Schnee fortzubewegen. Vorläufer moderner Ski, die sich etwa auf das Jahr 2000 v. Chr. datieren lassen, fand man in Skandinavien und Sibirien. Die erste schriftliche Erwähnung des Skifahrens findet sich in chinesischen Aufzeichnungen des Jahres 600 v. Chr. Sportliche Skiwettkämpfe finden sich erstmals um das Jahr 1770 in Norwegen und innerhalb von 100 Jahren hatte sich der Geist der Abfahrt in den skandinavischen Ländern verbreitet. Man kann annehmen, dass Verletzungen schon früh zum Alltag von Skifahrern zählten. Wie sieht es mit den unteren Extremitäten aus? Keine Region des Körpers hat eine so deutliche Reduktion der skifahrbezogenen Verletzungen erfahren können wie die der unteren Extremität. Durch moderne Schuhe und Bindungstechnik können heute Sprunggelenk und Schienbein wesentlich besser geschützt werden, als dies früher möglich war. Verstauchungen und Frakturen in diesem Bereich sind demzufolge sehr selten geworden. Von enormer Wichtigkeit sind in diesem Zusammenhang gut eingestellte und funktionierende Bindungen. Manche Untersuchungen sprechen von Fehlerraten bei Bindungen von bis zu 95%. Eine Überprüfung durch den Skifahrer selbsttäglich vor Fahrtantritt ist deshalb von besonderer Wichtigkeit. Welche Risiken bestehen für die Schulter? Welche Verletzungen der oberen Extremitäten gibt es? Unter den Verletzungen der oberen Extremität sind häufig Verletzungen von Bändern zu finden. Hierbei steht der Skifahrer- Daumen mit einem(An)Riß des Lig.collaterale ulnare (der sog Skidaumen)an erster Stelle (10% aller Skiverletzungen). Dieses Band stabilisiert das Daumengrundgelenk zu den Fingern hin. Die Verletzung entsteht meistens, wenn ein Sturz auf eine noch an einen Skistock geklammerte Hand erfolgt, wobei der Daumen abgespreizt ist. Je nach Schwere der Verletzung genügt ein einfaches Schienen des Daumens. Bei komplettem Riß des Bandes ist eine operative Versorgung erforderlich. Dehnungen oder (An)Risse der sog. Rotatorenmanschette stehen für den Bereich der Schulter an erster Stelle der Verletzungen. Weiterhin sind Verrenkungen des Oberarmknochens, Verletzungen des Acromioclaviculargelenks (Schultereckgelenk) sowie Brüche des Schlüsselbeins gängige Skiverletzungen. Letztere nehmen in ihrer Häufigkeit nach wie vor zu während die anderen Schädigungen im Auftreten seit Jahrzehnten konstant bleiben. Schulterverletzungen machen etwa 10% aller Skiverletzungen aus. Häufigster Mechanismus ist ein Fall auf einen ausgestreckten oder Sturz auf einen nach auswärts gedrehten, den Skistock haltenden, Arm. Therapeutisch kommt eine frühe endoskopische Stabilisierung und zunächst das Tragen einer Armschlinge und frühes Beüben in Betracht. Bei bleibenden Schmerzen sollte eine weiterführende Diagnostik betrieben werden.

Beachten Sie diese Regeln Training: Mit relativ wenig Aufwand kann jeder schon viel erreichen. Im Idealfall beginnt man drei Monate vor den Skiferien mit dem Training. Besonders wichtig ist die Stärkung der Oberschenkel-, Rumpf- und Rückenmuskulatur. Fast alle Fitnesszentren bieten in der Vorsaison spezielle Aufbauprogramme für Wintersportler an. Aufwärmen: Studien aus Israel und Deutschland belegen, dass kalte Muskeln weniger Kraft entfalten als aufgewärmte. Ausserdem werden durch das Aufwärmen die Sehnenscheiden und Bänder geschmeidiger und gleitfähiger, was langwierige schmerzhafte Entzündungen in den Gelenken verhindert. Immer öfter müssen Bergwacht Notärzte, wie unser Kollege Dr. Ch.Pihan, mit dem Helikopter auf Skipisten kommen. (picture alliance/dpa/Stephan Jansen) Welche Knieverletzungen sind beim Skifahren häufig? Das Knie ist die am häufigsten verletzte Region im alpinen Skisport(bis zu 40%, je nach Erhebung). Weichteile sind dabei die am häufigsten verletzten Strukturen, an erster Stelle ist hier das vordere Kreuzband zu nennen. Betonenswert scheint in diesem Zusammenhang, dass über die vergangenen Jahre eine Zunahme der Schwere der Verletzungen des Kreuzbandes zu verzeichnen war. Hierfür ist zunächst einmal die bessere Diagnostik verantwortlich zu machen, die Zunahme ist teilweise also virtuell. Jedoch ist dies nur eine Seite der Medaille. Neue Pisten langsam erkunden: Fahren Sie Pisten beim ersten Mal langsam und vorsichtig hinunter. Merken Sie sich plötzliche Gefälle, Brüche im Gelände, offene Steine, Buckelstrecken und vereiste Flächen. Das gilt auch für fortgeschrittene und gute Fahrer. Richtige Kleidung: Um Erkältungen oder gar Erfrierungen vorzubeugen, ist die richtige Kleidung unerlässlich. In den Bergen können Freizeitsportler extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sein. Gute Sicht: Fast jeder zweite Brillenträger lässt seine Sehhilfe beim Skifahren zu Hause. Ein fataler Fehler – laut BfU ereignen sich gut 80 Prozent der Skiunfälle wegen «mangelnder Wahrnehmung». Interessanterweise wird ein Großteil der Verletzungen auf die bessere Ausrüstung geschoben, in dem Maße, in dem beispielsweise das Sprunggelenk geschützt wird, müssen andere Strukturen leiden, die Verletzung wird verlagert. Darüber hinaus sind die Einstellungen der Bindungen für den Schutz der Strukturen unterhalb des Knies optimiert. Die Behandlung einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes ist in den meisten Fällen chirurgisch. Neben den Verletzungen der Bänder sind noch Frakturen der proximalen Tibia (Schienbeinkopf) zu nennen. Auch diese werden, wenn sie schwergradig sind, chirurgisch versorgt. In leichteren Fällen kann ein arthroskopischer Therapieansatz gewählt werden. Welche Gefahren sind für Kopf und Wirbelsäule relevant? Verletzungen von Kopf und Wirbelsäule tragen etwa 7% zu den Skiverletzungen bei. Die Anzahl der Verletzungen in diesem Bereich des Körpers hat sich in den letzten 25 Jahren nicht signifikant verändert. Als Verletzungsmechanismus sind vorrangig einfache Stürze zu nennen; schwere oder tödliche Verletzungen treten jedoch häufiger nach Kollisionsunfällen mit unbeweglichen Objekten (Bäumen, Liftanlagen etc.) auf. Zu hohe Geschwindigkeit mit Kontrollverlust über die Steuerung steht hierbei im Vordergrund. Der typische Skifahrer mit Kopfoder Wirbelsäulenverletzungen ist Ende 20, männlich und hat gute skitechnische Fähigkeiten. Die angebotenen Helme konnten in den letzten Jahren technisch so verbessert werden, dass sie heute auf jeden Fall zu jeder Skiausrüstung zu empfehlen sind. Na, dann kann es ja losgehen auf die Pisten in unseren schönen Alpen! Viel Spaß und kommen’s wieder guad runter vom Berg! Ski heil!! Ihr Dr. med. Maximilian Hornauer

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