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MVZ-Praxismagazin Juli 2021

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Lyme - Artikel von Dr.

Lyme - Artikel von Dr. med. Maximilian Hornauer Definition: Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, deren Übertragung durch den Stich einer Schildzecke erfolgt. Die Borreliose war 1975 in der Kleinstadt Lyme im US-Bundesstaat Conneticut erstmals beobachtet und als Lyme-Arthritis (Lyme- Gelenkentzündung) beschrieben worden. Im Unterschied zur auch durch Zecken übertragenen FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalopathie), einer viralen Erkrankung, kann man sich gegen die Borreliose nicht impfen! Sie ist jedoch mit Antibiotika (Bakterien abtötende Medikamente) gut behandelbar. Man bezeichnet dieses klinische Erscheinungsbild als Wanderröte, medizinisch „Erythema chronicum migrans“. Hervorgerufen wird sie durch eine Entzündung durch die wandernden Borrelien, die vom Immunsystem bekämpft werden. Hinzu können Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Fieber kommen. Die Rötung bildet sich nach einigen Tagen wieder zurück, die Borrelien wandern jedoch über den Blutstrom im Körper weiter und können zu anderen Organen vordringen. Wie viele Zecken eines Gebietes mit Borreliose-Erregern infiziert sind, variiert kleinräumig sehr stark - die Durchseuchungsrate schwankt zwischen 5 und 35 %. Und nicht immer, wenn eine infizierte Zecke einen Menschen sticht, überträgt sie dabei Borrelien. Selbst nach einer Übertragung erkrankt nur ein kleiner Teil der Infizierten tatsächlich an Borreliose (ca. nur 1%!). Die Prognose für Patienten hängt wesentlich von einer schnellen Behandlung ab: eine frühzeitig erkannte und behandelte Lyme-Borreliose heilt meist komplett aus. Der Erreger der Erkrankung Borreliose, ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Durch den Zeckenstich gelangt es in die Blutbahn des Menschen. Borrelien können im Körper überleben, so dass sie über lange Zeit hinweg im Wirt (Borrelienträger) vom Immunsystem „unentdeckt“ persistieren können. Symptom 2 einer Borrelien-Infektion: Bläulich-rote Hautverfärbung Als Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) wird eine Infektion der Haut bezeichnet, sie ist an der bläulich-roten Hautverfärbung erkennbar Symptom 1 einer Borrelien-Infektion: Wanderröte, Erythema migrans Ein typisches Symptom nach einer Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi ist ein kreisrunder Hautausschlag, der sich nach einigen Tagen rund um die Einstichstelle bildet. Etwa 30 Tage nach einer Infektion entsteht bei etwa 80% der Betroffenen an der Stichstelle eine ringförmige, erhabene Rötung der Haut. Sie breitet sich nach außen hin aus, ist deutlich abgegrenzt und kann bis zu 5-10 cm Durchmesser haben.

Dr. med. Maximilian Hornauer Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin Borreliose Symptom 3 einer Borrelien-Infektion: Gelenksschmerzen Bei fortgeschrittener Erkrankung kann sich die Infektion auf verschiedene Körperregionen ausbreiten. Symptome im Spätstadium treten mehr als 6 Monate nach der Infektion auf und befallen unterschiedliche Organe. Am häufigsten in diesem Stadium sind Gelenksschmerzen oder –schwellungen (Lyme-Arthritis) sowie Muskelschmerzen. Diese Symptome treten bei etwa der Hälfte aller mit Borrelien infizierten Menschen auf, die unbehandelt sind. Die Folge sind rote, juckende, oft schmerzhaft brennende Augen, die in der Früh beim Aufwachen auch „verklebt“ sein können. Eine Gehirnhautentzündung tritt bei etwa 10% der Infizierten auf. Entzündungen des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln sind häufiger zu erkennen, etwa bei zwei Drittel der Infektionen. Eine Lyme-Borreliose kann sich an verschiedenen Lokalisationen des Organismus manifestieren, so dass eine Borreliose Therapie eine interdisziplinäre Aufgabe darstellen kann, in die Ärzte verschiedener Disziplinen involviert sind. Symptom 4 einer Borrelien-Infektion: Herzerkrankungen Herzmuskelentzündung oder Herzbeutelentzündung entwickeln etwa 15 % aller mit Borrelien Infizierten als Spätfolge. Die Herzmuskelentzündung ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung der Herzmuskelzellen. Allerdings kann diese Entzündung das Herz schwer schädigen und zu einer chronischen Herzschwäche oder plötzlichem Herztod führen. Diagnose Die Diagnose einer Infektion mit Borrelia burgdorferi wird durch den Antikörpernachweis im Blut des Patienten und die Untersuchungsbefunde gestellt. Symptom 5 einer Borrelien-Infektion: Entzündungsreaktionen der Augen, Haut und Nerven Bleibt die Infektion unbehandelt, kann es nach einigen Wochen oder Monaten zu Entzündungsreaktionen im Körper kommen, vor allem an der Haut, den Augen und gelegentlich im Zentralnervensystem (z.B. Gehirnhautentzündung). Eine Bindehautentzündung betrifft zirka 20% der Infizierten. Dabei kann man die Antikörper der Immunglobuline M oder G (IgM und IgG) messen. Die Antikörper unterscheiden sich dadurch, dass die Antikörper IgM bei einer Infektion zuerst ansteigen und IgG erst nach einer längeren Zeit, wenn sich die Erkrankung chronifiziert hat. Therapie der Borreliose Ist die Borreliose diagnostiziert, muss eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen. Die medikamentöse Therapie schlägt bei dieser Erkrankung meist gut an. Sie ist über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen erforderlich. Die Borreliose wird je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich behandelt, man bezeichnet dies als „stadiengerechte“ Behandlung. 4

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