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Praxismagazin April 2020

Die Turbo-Heiler:

Die Turbo-Heiler: Autologes plättchenreiches Plasma (A- PRP) Artikel: Dr. med. Maximilian Hornauer Bei Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Gelenken lassen sich Leistungssportler gern mit Eigenblut behandeln. Dieser Verfahren stand bis vor kurzem auf der Dopingliste – nun hat es unter Athleten Hochkonjunktur. Die Eigenblutbehandlung von Krankheiten und Verletzungen mit körpereigenen Substanzen hat sich in der Medizin schon seit Jahren bewährt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Eigenbluttherapien zur Behandlung von Infektionskrankheiten durchgeführt. Bei Eigenbluttherapien wird dem Patienten stets eine kleine Menge des eigenen Blutes aus der Armvene abgenommen, verarbeitet und konzentriert in das Gelenk mit Arthrose oder eine entzündete Sehne injiziert. Die A-PRP-Therapie, bei der vor allem die Blutplättchen verarbeitet werden, ist eine spezifische Form der Eigenbluttherapie. Ende des 20. Jahrhunderts kam es zu ersten Herstellungsversuchen von plättchenreichem Plasma (PRP) aus zentrifugiertem Eigenblut. Heute wird die Eigenbluttherapie zur Behandlung offener Wunden sowie in der Herz-/Thorax-, Zahn- und plastischen Chirurgie eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Orthopädie. Vor allem bei Knorpelschäden (Arthrose), Sehnen- oder Bandverletzungen, Muskelzerrungen und Entzündungen verschiedener Weichteilgewebe, z. B. Schleimbeutel (Bursitis) oder Sehnenscheidenentzündungen (Tendinitis) hat sich die Methode in der Praxis bewährt Was ist PRP? Die Abkürzung PRP steht für Plättchen reiches Plasma. Ein anderer häufig verwendeter Name, der gleichen Methode, ist die ACP®-Therapie. Bei dieser relativ modernen Behandlungsmethode wird dem Patienten Blut abgenommen und anschließend mit einer Zentrifuge aufbereitet. Die darin enthaltenen körpereigenen Zellen und Bestandteile (z.B. Wachstumsfaktoren) werden, ohne Zugabe von anderen Substanzen, direkt an den Ort der Verletzung, oder Erkrankung gespritzt. Dort können die Regeneration und Heilung beschleunigt einsetzen. Funktion der Blutplättchen (Thrombozyten) in der Eigenbluttherapie: Die Blutplättchen (Thrombozyten) werden im Knochenmark gebildet und sind für die Blutgerinnung (Hämostase) zuständig. Dieser lebenswichtige Reparaturmechanismus, an dem neben den Blutplättchen noch weitere Faktoren beteiligt sind, verschließt blutende Wunden. Bei gesunden Menschen befinden sich in einem Mikroliter (1 Mikroliter = 0,1 ml) Blut etwa 150.000 bis 380.000 Thrombozyten. Wurde ein Blutgefäß im Körper verletzt, lagern sich die Blutplättchen an der Stelle an und verklumpen. Wenn Thrombozyten aktiviert sind, bilden Sie kleinen Tentakeln aus. Diese helfen Ihnen, an der Wunde haften zu bleiben und zu verklumpen. Auf diese Weise verschließen sie Verletzungen.

Dr. med. Maximilian Hornauer Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin • Das plättchenreiche Plasma hat verschiedene nachweis bare Wirkungen auf das Knorpelgewebe (Cook et al, 2018), die gemeinsam einen knorpelschützenden und knorpelaufbauen den Effekt haben können. • Wachstumsfaktoren werden von den Blutplättchen aus geschüttet: Sie stimulieren das Wachstum (Proliferation) der Knorpelzellen. • Gerinnungsfaktoren und Cytokine der Blutplättchen stimulieren die knorpelbildende (chondrogene) Aktivität der Knorpelzellen. Neben der Bildung von mechanischen Barrieren zur Blutstillung nach Verletzung haben Blutplättchen auch umfassende biochemische Fähigkeiten. Die Thrombozyten schütten hormonähnliche Wachstumsfaktoren aus, stimulieren die Gewebsregeneration an Verletzungsorten und senken die Entzündungsneigung. Zudem ziehen sie Stammzellen an, die sich zu verschiedenen Gewebetypen differenzieren können. Diese Stammzellen benötigt der Körper zur Regeneration von geschädigtem Gewebe. Wie wirkt die PRP Therapie? Im Blut sind neben roten und weißen Blutzellen auch Thrombozyten (Blutplättchen) und Proteine enthalten. Sowohl Thrombozyten als auch im Blutplasma gelöste Proteine (Wachstumsfaktoren), spielen eine sehr wichtige Rolle, in der Regeneration und Heilung von Körpergewebe. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Zahl der Thrombozyten und Wachstumsfaktoren in einer Spritze um das 3-6-fache erhöht ist und dadurch die Heilung und Neubildung von Zellen beschleunigt. Dadurch kann sich die Neubildung verschiedenster Gewebearten, wie Knochenzellen, Bindegewebszellen und Gefäßbildung anregen lassen. Durch das Entfernen der weißen Blutzellen in der Injektion wird zusätzlich der Heilungsprozess unterstützt. • Gerinnungsfaktoren hemmen (inhibieren) die knorpel abbauende Wirkung von Entzündungsmediatoren. • Wachstumsfaktoren, die von Blutplättchen sekretiert werden, enthalten TGF-β, IGF-1, BMP, PDGF, VEGF als wichtige Faktoren zur Beschleunigung von Wachstum und Ausdifferenzierung von Knorpelzellen sowie zur Wiederherstellung der Nährstoffzufuhr zu den damit behandelten Geweben. • Bildung von Typ II Kollagen als wichtiger Bestandteil des Knorpelgewebes wird gefördert. • Entzündungen bei entzündlich aktivierter Arthrose wird beendet. • Förderung der Bildung des in der Gelenkflüssigkeit reich lich vorhandenen knorpelstabilisierenden Proteins Lubricin (Proteoglykan 4). Bei welchen Erkrankungen wird PRP in der Orthopädie eingesetzt? Therapien mit Eigenblut, sind in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Orthopädie und Sportmedizin gerückt. Anwendungsbereiche findet die PRP-Therapie sowohl bei akuten, als auch chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. So können Bandverletzungen am Sprunggelenk, oder Knie (Kreuzband, Innenband), aber auch Sehnenverletzungen aller Art behandelt werden. Akute Muskelverletzungen und Knochenfrakturen fallen ebenfalls in das Anwendungsgebiet. Quelle/Foto: https://www.orthopaedie-osteopathie-freiburg.de/ 4

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